25. Juli 2008
Absage des August-Renntages
Langfristige Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten erhält Vorrang vor Renntag

Die Anfang Juli begonnenen Bodensanierungs-Arbeiten an der Trainingsbahn des Pfälzischen Rennvereins Haßloch e. V. sind so gut wie abgeschlossen. Schweren Herzens hatten Präsidium und Vorstand des Vereins einstimmig beschlossen, dieser dringend notwendigen Maßnahme den Vorrang vor dem fest eingeplanten 2. Renntag der Saison Anfang August zu geben.

Aufgrund der in den Vorjahren rückläufigen finanziellen Entwicklung des Rennvereins waren seit Jahren eigentlich notwendige Investitionen wie die Sanierung dieser Sandbahn nicht getätigt worden. Die dort trainierenden Pferdefachleute haben zeitweise in Eigenarbeit kleinere Bahnpflegearbeiten zur notdürftigen Erhaltung der Sandbahnnutzung durchgeführt. „Das kann so nicht weitergehen“, war die einhellige Meinung des im Mai 2007 neu gewählten Präsidiums und Vorstands nach Analyse der sportlichen Trainingssituation.

In der Metropolregion Rhein-Neckar weist die Haßlocher Trainingszentrale die größte Anzahl von ansässigen Berufs- und Besitzertrainern auf. Die im Wald gelegene Sandtrainingsbahn über 1800 Meter ist das sportliche Übungsgelände des Pfälzischen Rennvereins. Hier werden die Trainingseinheiten für die späteren Erfolge der Vollblüter absolviert. Aktuell sind mehr als 40 Galopper im Trainingsquartier. In Haßloch trainierte Pferde finden immer wieder Beachtung in den rennsportlichen Hochburgen wie Hamburg, München und Frankfurt.

Nach zahlreichen Gesprächen mit Pferdefachleuten und Sanierungs-Fachbetrieben entschied der Vereinsvorstand Anfang Juli, dass der Sanierung der Trainingsbahn zum Schutz des Wohles von Pferd und Reiter Vorrang vor der Durchführung eines Renntags zukommen müsse. Die bislang erwirtschafteten, eigentlich für den Renntag am 10. August vorgesehenen Gelder wurden einstimmig für die dringend notwendigen Investitionen an der Sandbahn freigegeben. „Die Streichung des August-Renntags ist für uns alle bitter, aber wir müssen gerade in Zeiten des Aufschwungs und der Neuausrichtung des Rennvereins die Prioritäten von Anfang an richtig setzen“, kommentierte der Ehrenamtliche Geschäftsführer Karlheinz Spieß.

Den Zuschlag zur baulichen Ausführung der Bahnsanierung erhielt ein Sinzheimer Fachbetrieb für Sportstätten- und Landschaftsbau mit Referenzen für vergleichbare Arbeiten beim Iffezheimer Rennclub. „Durch die Sandbahnsanierung werden die Trainingsmöglichkeiten erheblich verbessert - und damit auch die Perspektiven für die Rennsportfreunde in Haßloch“, meint Vereinspräsident Dr. Christoph Gutknecht. Gemeinsam mit seinem Team ist er davon überzeugt, dass ohne diese Investition von mehr als 10.000 Euro weitere negative Entwicklungen für den Galoppsport und für den hohen Pferdebestand in der Region unvermeidlich gewesen wären. Der Zustand der Trainingsbahn hatte sich in einem Maße verschlechtert, dass sich für die zahlreichen Besitzertrainer, darunter die bundesweit mit mehr als zehn Siegen im ersten Halbjahr erfolgreiche Berufstrainerin Nina Bach, und ihre Mitarbeiter sowohl sportliche, berufliche als auch finanzielle Nachteile abzusehen waren und der Pferdebestand in Haßloch dadurch gefährdet war.

Die Finanzierung der dringend notwendigen Facharbeiten ist für den Verein eine große Herausforderung, für die zukünftige Unterhaltung der Sandbahn müssen darüber hinaus noch spezielle Maschinen angeschafft werden. Dank des wirtschaftlichen Erfolgs des diesjährigen Himmelfahrt-Renntags konnte eine kleine Rücklage gebildet werden, und für den kommenden Renntag am 6. September sieht es ebenfalls gut aus (Haßloch ist an diesem Termin bundesweit Alleinveranstalter, wie schon in 2007).

Laut Vizepräsident Hanns-Uwe Gebhardt sind bereits erste kleinere Spenden für die Baumaßnahme eingetroffen: „Wir sind zuversichtlich, dass uns alte und neue Freunde und Förderer bei dem gemeinnützigen Engagement noch zusätzlich finanziell unterstützen werden.“ Und Beiratsmitglied Christian Keller ist als verantwortlicher Projektleiter für die Bahnsanierung hoffnungsfroh: „Die neu erreichte Qualität auf der Sandbahn stärkt Motivation und Zusammenhalt bei den noch ausstehenden ehrenamtlichen Arbeiten im Trainingsquartier“.


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